Mit einem Geleitwort von Rainhart Lang - Taunusstein : Driesen, 2. Aufl. 2009 (Driesen Beiträge zum Human Resource Management). - 264 S. ; 19 cm. Zugl.: Chemnitz, Technische Universität, Dissertation, 2005. ISBN 978-3-86866-054-8 Softcover, zahlreiche, Abbildungen, 32,00 Euro. Virtuelle Unternehmen sind schwierig zu steuern. Dynamik und Komplexität belasten kontinuierlich die Stabilität sozialer Beziehungen. Im Unterschied zu anderen Unternehmensnetzwerken, kooperieren die Partner im Virtuellen Unternehmen ohne direkten persönlichen Austausch. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Optimierung der sozialen Beziehungen dar. Matthias Rosenberger beschreibt Virtuelle Unternehmen als oszillierendes Unternehmenskonzept zwischen Netzwerk und Kooperation, konstruiert durch die Visionen und Wertvorstellungen aller teilnehmenden Partner. Demnach kann die Vielfalt subjektiver Beobachtungen zu inkonsistenten Handlungen und Konflikten zwischen den Partnern führen. Der Autor entwickelt ein standardisiertes Verfahren, mit dessen Hilfe die unterschiedlichen Wirklichkeitskonstruktionen aufgedeckt und im Rahmen der sozialen Steuerung in Virtuellen Unternehmen genutzt werden können. Der Autor: Jahrgang 1965; Abitur und Ausbildung zum Bürokaufmann in Bremen; Zivildienst in Diepholz; Studium der Psychologie in Bremen; Seit November 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Assistent der Professur Organisation und Arbeitswissenschaften an der Technischen Universität Chemnitz; Arbeitsschwerpunkte: Methoden der psychologischen Organisationsforschung.
Geleitwort Die vorliegende Dissertationsschrift von Matthias Rosenberger zum Thema "Soziale Steuerung virtueller Unternehmen - Optimierung sozialer Beziehungen mittels Repertory Grid Technique" greift ein Thema auf, das gerade auch nach dem vielfachen Scheitern von Unternehmen des neuen Marktes eine hohe Aktualität besitzt. Zwar hat sich die oft geäußerte Erwartung an eine radikal geänderte Organisationswelt ohne große Unternehmen (noch) nicht erfüllt. Dennoch prägen heute neben Großunternehmen zahlreiche alternative Organisationsformen wie virtuelle Unternehmen oder Netzwerkunternehmen die Organisationslandschaft des beginnenden 21. Jahrhundert. Und überdies sind es eher Mängel in der Steuerung und im Management derartiger Unternehmen, die zur Krise am neuen Markt geführt und damit eine Weiterverbreitung der alternativen Organisationsformen verzögert oder behindert haben. Gerade hier setzt die Arbeit von Matthias Rosenberger an und zeigt auf, dass Steuerungsprobleme alternativer Organisationsformen wie virtuelle Unternehmen oder Netzwerkunternehmen eben nicht nur auf unzureichende ökonomische Kenntnisse oder mangelnde Kompetenzen der Gründer zurückzuführen sind, sondern vielmehr eine alternative Gestaltung der sozialen Steuerungsmechanismen bei diesen Organisationstypen eine zentrale Bedeutung zukommt. Da hierarchische Koordinationsmechanismen in der Regel ausfallen und marktliche Mechanismen nur begrenzt Anwendung finden können, kommt der Gestaltung personaler Beziehungen eine besondere Bedeutung zu. Eine erfolgreiche Kooperation von Akteuren in virtuellen Unternehmen oder Netzwerken von kleinen Firmen und Einzelunternehmern hängt damit maßgeblich von der Kompatibilität der Werte, Normen, Einstellungen aber auch Denkstile und mentalen Programme der Akteure ab, deren Ermittlung mit traditionellen Methoden jedoch durchaus problematisch ist. Der besondere Verdienst der Arbeit von Herrn Rosenberger besteht darin, mit Rückgriff auf die Theorie der persönlichen Konstrukte von Kelly eine alternative Lösung vorzuschlagen und ihre Praktikabilität am Beispiel von Erhebungen in Netzwerken zu demonstrieren. Damit stellt Matthias Rosenberger für die Diskussion zur sozialen Steuerung zu virtuellen oder Netzwerkunternehmen eine theoretisch fundierte und methodisch interessante Lösung zur Verfügung, die die Diskussion bereichern kann und vielfältige Anknüpfungspunkte und auch praktische Verwendungsmöglichkeiten in Aussicht stellt. Chemnitz, im März 2006 Rainhart Lang
Vorwort
In der vorliegenden Arbeit wird eine Vielzahl subjektiver Wirklichkeitskonstruktionen aufgedeckt, die in komplexen und unvorhersagbaren Dynamiken unternehmerischen Handelns in Virtuellen Unternehmen komplexitätsreduzierende Effekte haben. Eine Dissertation - und ich spreche jetzt aus Erfahrung - ist auch eine komplexe Angelegenheit, die oftmals unvorhersehbare Wendungen nehmen kann. Nie zuvor habe ich eine derart komplexe Aufgabe bewältigt, und ich bin mir sicher, dass ich ohne die nachfolgend genannten Personen, diese Komplexität nicht in den Griff bekommen hätte. Ihnen spreche ich hiermit tiefen Dank aus. Besonderer Dank gilt Herrn Prof. Dr. Rainhart Lang (Erstgutachter) für seine stets würdigende Betreuung meiner Dissertation; insbesondere für seine Engelsgeduld, die fördernden Anmerkungen und seine liebvolle Strenge. Herrn Prof. Dr. Jörn W. Scheer (Zweitgutachter) danke ich speziell für seine Hinweise zum empirischen Teil der Dissertation; ich hatte fast aufgegeben. Herrn Prof. Dr. Joachim Käschel (Drittgutachter) danke ich für die stets aufmerksame und inhaltlich interessierte Haltung zu meiner Arbeit. Herrn Prof. Dr. Friedrich Thießen (Vorsitzender der Promotionsverteidigung) danke ich für die perfekt strukturierte Veranstaltung an der Technischen Universität Chemnitz. Herrn Prof. Dr. Peter Pawlowsky danke ich für die angenehme Diskussion im Rigorosum und dafür, dass er so kurzfristig eingesprungen ist. Meiner Annett danke ich für ihre liebvolle Unterstützung und den Rückhalt, den sie mir während der schwierigen Phasen meines Schreibens und natürlich für zweifaches Korrekturlesen gegeben hat. Steffen Roth danke ich für intensive inhaltliche Diskussionen und seine hilfreichen Kommentare. Ich danke Jens Aderhold, der mich mittels seiner ureigenen Art systemischer Intervention unterstützt hat, den Fokus dieser Arbeit zu formulieren und auch zu verfolgen. Frank Menzel danke ich für seine Freundschaft, für seinen Humor, der trübe Augenblicke gar nicht erst aufkommen ließ, und außerdem für das Korrekturlesen. Yousseph Al Hasaui danke für seine Freundschaft und seine stets motivierende Art. Janko Buve danke ich für seine Freundschaft, das Know How über meinen "external brain" und die Idee sowie Illustration des Covers. Meinen Eltern und meinem Bruder danke ich für ihre Unterstützung, ihre Herzlichkeit und ihre Freude. Ich danke außerdem den Kollegen des Sonderforschungsbereiches (SFB 457) an der Technischen Universität Chemnitz, den Netzwerkpartnern von F3 Multimedia und den Teilnehmern der studentischen Arbeitsgruppen für ihre aktive Teilnahme an meiner empirischen Studie. Des Weiteren danke ich Thomas Piontkowski für den "Virtual Marketplace", in dem der Hauptteil der empirischen Ergebnisse zustande gekommen ist. Chemnitz, im März 2006 Matthias Rosenberger
Aus dem Inhalt Geleitwort Vorwort Abstract Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis Tabellenverzeichnis 1 Ziel dieser Arbeit 1.1 Einleitung und Hinführung 1.2 Kapitelvorschau 2 Das Virtuelle Unternehmen - eine dynamische Kooperation im Netzwerk 2.1 Was sind eigentlich virtuelle Unternehmen? 2.2 Eine erste Weichenstellung 2.2.1 Zum Netzwerkverständnis 2.2.2 Zum Kooperationsverständnis 2.2.3 Virtuelle Unternehmen: Ein oszillierendes Unternehmenskonstrukt zwischen Netzwerk und Kooperation 2.3 Grundlagen virtuellen Unternehmertums 2.3.1 Die New Economy - Spielfeld virtuellen Unternehmertums 2.3.2 Abgrenzung Virtuelle Organisation und Virtuelles Unternehmen 2.3.3 Merkmale Virtueller Unternehmen 2.4 Strukturen und Prozesse in Virtuellen Unternehmen 2.4.1 Prinzipien der Genese und Evolution von Virtuellen Unternehmen 2.4.2 Projektlebenszyklus Virtueller Unternehmen 2.5 Regeln, Standardisierungen und Normierungen in Virtuellen Unternehmen 2.5.1 Infrastrukturelle Ausrichtung an Wertschöpfungsketten 2.5.2 Paradoxe Entropie: Selbstorganisation 2.5.3 Grenzen der Selbstorganisation in Virtuellen Unternehmen 2.5.4 Das Individuum: Ausgeliefert in der Paradoxie institutioneller Hierarchie? 2.6 Soziale Struktur als Spiegelbild einer virtuellen Kultur 2.6.1 Theoretische Fassung eines Kulturbegriffes für Virtuelle Unternehmen 2.6.2 Perspektiven der Organisationskultur für Virtuelle Unternehmen 2.6.3 Nutzen kultureller Betrachtung in Virtuellen Unternehmen 2.6.4 Kulturelle Gestaltung in Virtuellen Unternehmen 2.7 Steuerung soziokultureller Rahmenbedingungen in Virtuellen Unternehmen 2.7.1 Die Steuerungsproblematik 2.7.1.1 Der Steuerungsbegriff 2.7.1.2 Komplexität und Steuerung 2.7.2 Steuerung sozialer Komplexität in Virtuellen Unternehmen 2.7.3 Mechanismen sozialer Steuerung in Virtuellen Unternehmen 3 Analyse und Gestaltung sozialer Beziehungen in Virtuellen Unternehmen 3.1 Funktion und Aufgaben des Brokers im Virtuellen Unternehmen 3.1.1 Phasenspezifische Aufgaben 3.1.2 Phasenübergreifende Aufgaben 3.2 Unterstützung der sozialen Steuerung von Virtuellen Unternehmen 3.2.1 Kompatibilität der Visionen 3.2.2 Soziale Netzwerkanalyse - Grenzen rein struktureller Betrachtung 3.2.3 Die Berücksichtigung von Informationen über die Persönlichkeit von Partnern 3.2.4 Die besondere Schwierigkeit der dezentralen Steuerung Virtueller Unternehmen 3.2.5 Warum das Repertory Grid? 4 Die Theorie der Persönlichen Konstrukte 4.1 Hintergründe der Theorie der Persönlichen Konstrukte 4.1.1 Wer war Kelly? 4.1.2 Der konstruktive Alternativismus - Philosophischer Hintergrund der Theorie der Persönlichen Konstrukte 4.2 Grundlagen zur Theorie der Persönlichen Konstrukte 4.2.1 Die Interpretation der Wirklichkeit durch persönliche Konstrukte 4.2.1.1 Das Grundpostulat 4.2.1.2 Die Hilfssätze 4.2.2 Kritische Anmerkungen zur Theorie der Persönlichen Konstrukte 4.2.3 Einordnung der Theorie der Persönlichen Konstrukte in der Psychologie 5 Empirisches Analyseraster mit systematischer Fokussierung 5.1 Epistemologische Überlegungen 5.2 Vom Subjekt zur Methode 5.2.1 Idiografisch vs. Nomothetisch 5.2.2 Deduktiver vs. Induktiver Forschungsansatz 5.2.3 Qualitative vs. Quantitative Methoden 5.3 Vorgehensweise und angewandtes Methodenportfolio 5.3.1 Systematische Methodenzusammenstellung zur Triangulation 5.3.2 Das narrative Interview 5.3.3 Das Leitfadeninterview 5.3.4 Deutungsmusteranalyse mit dem Repertory Grid 5.3.4.1 Repertory Grid zwischen idiographischer und nomothetischer Foschungsmethodik 5.3.4.2 Ablauf einer Befragung mit der Repertory Grid Technik 5.3.4.3 Skalierung der Konstrukte-Elemente-Matrix 5.3.4.4 Datenanalyse und Dateninterpretation 5.3.4.5 Grid-Auswertung mittels Hauptkomponentenanalyse 5.3.4.6 Methodologische Bemerkungen zur Repertory Grid Technique 6 Entwicklung eines standardisierten Repertory Grid 6.1 Forschungsgegenstand und dessen Operationalisierung 6.2 Standardisierung der Elemente und Konstrukte 6.2.1 Feldzugang mit dem Narrativen Interview 6.2.2 Standardisierung der Elemente mittels Leitfadeninterviews 6.2.3 Standardisierung der Konstrukte 6.2.3.1 Konstrukteevokation in der Multimediaagentur 6.2.3.2 Bildung von Meta-Dichotomien 6.2.3.3 Validierung der Meta-Dichotomien in einer Kontrollgruppe 6.2.3.4 Bildung von Meta-Konstrukten 6.3 Die Standardisierte Repertory Grid Matrix im Praxistest 6.3.1 Exemplarische Auswertungen des vorliegenden Falls 6.3.1.1 Überblick und Typisierung 6.3.1.2 Partnerzusammenstellung mit Hilfe des Grids 6.3.1.3 Moderationsunterstützung mittels Konstruktedistanzen 6.3.1.4 Resumee 7 Zusammenfassung und Ausblick Literatur
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