Jurzig, Katrin: Mittelalterrezeption in Wackenroders "Herzensergießungen" / Katrin Jurzig
Taunusstein : Driesen, 2. Aufl. 2008 (Driesen Sprach- und Literaturwissenschaften). - 92 S.; 19 cm. Zugl.: Frankfurt (Main), Universität, Magisterarbeit, 1998. ISBN 978-3-86866-093-7 kart., EUR 14,00 In seinen "Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders" vereint Wilhelm Heinrich Wackenroder Kunst und Religion mit subjektivem Empfinden vergangener Zeit. Dabei beurteilt er die Kunst am Ende der Aufklärung pessimistisch, weil der aufklärerische Utilitarismus der wenig "nützlichen" Kunst keinen Raum lässt. Die Kunst des Mittelalters hingegen glorifiziert Wackenroder. Katrin Jurzig untersucht, inwiefern Wackenroders Kulturkritik an seiner Epoche zu einer Neubewertung des Mittelalters geführt hat, die für die Romantik wegbereitend war. Die Autorin betrachtet Wackenroders historische und geistesgeschichtliche Mittelalterrezeption und setzt diese in Beziehung zur politischen und gesellschaftlichen Situation der beginnenden Romantik. Die Autorin: Jahrgang 1970; Abitur; Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Kulturanthropologie; Magistra Artium. Katrin Jurzig lebt und arbeitet als Journalistin in Frankfurt am Main.
Vorwort Die vorliegende Arbeit wurde im Sommersemester 1998 von der Philosophischen Promotionskommission der Johann Wolfgang Goethe-Universität als Magisterarbeit angenommen. Mein Dank gilt dem Betreuer meiner Arbeit, Herrn Prof. Dr. Walter Raitz.
Katrin Jurzig
Aus dem Inhalt
Vorwort Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 2. Rezeptionsgeschichte des Mittelalters vor der Romantik 2.1. Bodmer und Breitinger 2.2. Johann Gottfried Herder 3. Mittelalter-Rezeption in der Frühromantik 3.1. Novalis 3.2. Brüder Schlegel 3.3. Ludwig Tieck 4. Politische Frühromantik 5. Mittelalter-Rezeption bei Wackenroder 5.1. Zur Person Wackenroders 5.2. Quellen und Einflüsse auf Wackenroders Mittelalter-Rezeption 5.2.1. Friedrich Eberhard Rambach 5.2.2. Erduin Julius Koch 5.2.3. Kunstgeschichtliche Einflüsse auf Wackenroder 5.3. Dürer und die philologischen Studien Wackenroders 5.4. Die ›mittelalterliche‹ Stadt 6. Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders 6.1. Rezeptionsgeschichte der Herzensergießungen innerhalb der Romantik 6.2. Entstehungsgeschichte 6.3. Der Anteil Tiecks 6.4. Aufbau und Inhalt 6.5. Mittelalter-Rezeption in den Herzensergießungen 6.5.1. Wackenroder zwischen Klassizismus und Frühromantik 6.5.2. Die Zeitstruktur 7. Schlußbetrachtung Bibliographie Primärliteratur Sekundärliteratur Index
1. Einleitung "In seinem Werk sind alle die Saiten schon angeschlagen, die die Romantik nach ihm erklingen läßt."1 So und ähnlich heißt es in der Forschung, die sich weiterhin darüber einig ist, daß Wackenroder das Mittelalter zwar nicht neu entdeckt, doch zumindest in einer Form interpretiert, die wegweisend für seine Zeitgenossen sein wird. Wackenroder vereint in den Herzensergießungen Kunst mit Religion und subjektives Gefühl mit der vergangenen Zeit. Wie schon der Titel deutlich macht, wird dabei der Kunst einen großen Wert beigemessen. Wackenroder betrachtet diese jedoch nicht isoliert, sondern in Verbindung mit der Zeit der Kunstepoche. Die Zeit ist folglich der Kunst und den weiteren Themen der Herzensergießungen übergeordnet. Während die Gegenwart völlig negativ beurteilt wird, glorifiziert Wackenroder die vergangene Zeit. Die Arbeit beschäftigt sich nicht nur mit der Darstellung der Vergangenheit in Wackenroders Werk, sondern stellt auch ihre Bedeutung heraus. Die Herzensergießungen sollen vor dem Hintergrund der historischen und geistesgeschichtlichen Rezeptionsgeschichte des Mittelalters betrachtet werden, die durch einige Literaten dokumentiert wird. Auch Wackenroders eigene Zeit, ihre politische und gesellschaftliche Situation, soll berücksichtigt werden, da sie von entscheidenden Einfluß auf das Denken Wackenroders und seiner Generation ist. Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit der Mittelalter-Rezeption Wackenroders. Ausgehend von den auf ihn wirkenden Einflüssen und seiner Beschäftigung mit der Vergangenheit werden die Herzensergießungen betrachtet. Im abschließenden Teil folgt die Zusammenfassung.
Bibliographie Primärliteratur Johann Gottfried Herder, Sämtliche Werke. Hrsg. von B. Suphan; 33 Bde; Berlin; 1913. Novalis-Schriften. Bd. I-IV; hrsg. von P. Klughohn und R. Samuel (Mitarbeit von H. Ritter und G. Schulz); Stuttgart; 1960. August Wilhelm Schlegel, Kritische Schriften. Ausgewählt, eingeleitet und erläutert von E. Staiger; Zürich, Stuttgart; 1962. August Wilhelm und Caroline Schlegel, Die Gemählde. In: Athenaeum: Eine Zeitschrift von August Wilhelm und Friedrich Schlegel; Zweiten Bandes erstes Stück; Berlin; 1799; S. 39-151. (Reprint: Meyer und Jessen; München; 1924.) Friedrich Schlegel, Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Dritte Abteilung: Briefe von und an Friedrich und Dorothea Schlegel. Bd. 24.: Die Periode des Athänäums; Hrsg. von R. Immerwahr; Paderborn, München, Wien; 1985. Wilhelm Heinrich Wackenroder, Sämtliche Werke und Briefe. Hrsg. von Silvio Vietta und Richard Littlejohns - Historisch-kritische Ausgabe; Heidelberg; 1991. Band I; Werke. Hrsg. von Silvio Vietta und Richard Littlejohns; 1991. Band II; Briefwechsel [u.a.]. Hrsg. von Richard Littlejohns; 1991. Wilhelm Heinrich Wackenroder, Ludwig Tieck, Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders. Stuttgart; 1994. Sekundärliteratur Wolfgang Bender, Johann Jakob Bodmer und Johann Jakob Breitinger. Stuttgart; 1973. Martin Bollacher, Wackenroder und die Kunstauffassung der Frühromantik. Erträge der Forschung Bd. 202; Darmstadt; 1983. Dorothea Hammer, Die Bedeutung der vergangenen Zeit im Werk Wackenroders unter Berücksichtigung der Beiträge Tiecks. Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der philosophischen Fakultät der Johann Wolfgang Goethe-Universität; Frankfurt am Main; 1961. Ernst Fischer,Ursprung und Wesen der Romantik. Hrsg. von Karl-Markus Gauss; Frankfurt am Main; 1986. Michael Gamper, Der Weg durchs Bild hindurch. Wackenroder und die Gemäldebeschreibung des 18. Jahrhunderts. In: Aurora: Jahrbuch der Eichendorff-Gesellschaft; Nr. 55; Thorbecke, Sigmaringen; 1995. Heinrich Wilhelm von Gerstenberg, Briefe über Merkwürdigkeiten der Literatur. 1766/66; hrsg. von A. v. Weilen; Stuttgart; 1890. Elmar Hertrich, Wer war Wackenroder? Gedanken zur Forschungslage. In: Aurora: Jahrbuch der Eichendorff-Gesellschaft; Nr. 48; Thorbecke, Sigmaringen; 1988. Rose Kahnt, Die Bedeutung der bildenden Kunst und der Musik bei W.H. Wackenroder. In: Marburger Beiträge zur Germanistik; hrsg. von Josef Kunz, Erich Ruprecht, Ludwig Erich Schmitt; Bd. 28; Marburg; 1996. Werner Kohlschmid, Der junge Tieck und Wackenroder. In: Die deutsche Romantik: Poetik, Formen und Motive; hrsg. von Hans Steffen; 3. Auflage; Göttingen; 1978. Angelika Koller, Minnesang-Rezeption um 1800: Falldarstellung zu den Romantikern und ihren Zeitgenossen und Exkurse zu ausgewählten Sachfragen. Bd. 1297; Europäische Hochschulschriften: Reihe 1; Dt. Sprache u. Literatur; Frankfurt am Main; 1992. 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