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    Brandt, Christoph: Prospekthaftung : Anlegerschutz durch Prospektpublizität / Christoph Brandt

Taunusstein : Driesen, 2005 (Driesen Edition Wissenschaft). 283 S.; 19 cm. Zugl.: Kiel, Universität, Dissertation, 2004. ISBN 3-936328-35-8 Softcover, 34,00 Euro.
Der kapitalmarktrechtliche Anlegerschutz ist seit einigen Jahren Gegenstand einer lebhaften Diskussion und Entwicklung. Dabei ist die richtige und vollständige Information des Anlegers ein wesentliches Moment sowohl für die Anlageentscheidung selbst als auch für deren haftungsrechtliche Absicherung.
Christoph Brandt setzt sich mit den Tatbeständen der kapitalmarktrechtlichen Prospekthaftung, ihren Grundlagen und Inhalten auseinander. Der Autor befasst sich so mit einem gleichermaßen ursprünglichen wie hochaktuellen Ausschnitt des Anlegerschutzes durch Information.
Der Autor: Jahrgang 1976; Abitur; Wehrdienst; Studium der Rechtswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; Auslandsaufenthalt in Bergen, Norwegen; Referendariat am Landgericht Itzehoe; Promotion.
Vorwort

Die vorliegende Arbeit wurde von der juristischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel als Dissertation angenommen. Sie berücksichtigt Gesetzgebung, Rechtsprechung und Literatur im wesentlichen mit dem Stand Anfang 2004. Die weitere Entwicklung bis Ende 2004 ist lediglich ergänzend aufgezeigt.
Mein herzlicher Dank gilt Frau Professor Dr. Einsele, die mich als Erstberichterstatterin durch die Promotion begleitet hat. Ihr und Herrn Professor Dr. Rawert danke ich zudem ganz besonders für die aufwendige und erfolgreiche Unterstützung bei meiner Bewerbung um ein Promotionsstipendium. Schließlich danke ich Herrn Professor Dr. Jickeli dafür, dass er die Zweitbegutachtung der Arbeit unternommen hat.
Darüber hinaus gilt mein Dank all denen, die mich mit Geduld und Nachsicht in meinem Vorhaben unterstützt, mir die notwendige Ablenkung geboten und mir ihre gelegentliche Vernachlässigung nicht vorgeworfen haben. Ich danke Claudia für den Rückhalt, den ich nicht nur während der Promotion bei ihr gefunden habe.
Bad Bramstedt, im März 2005
Christoph Brandt

Aus dem Inhalt

Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kapitel 1: Rahmen der Prospekthaftung
§ 1 - Kapitalmarkt und Anlegerschutz
I. Kapitalmarkt und Kapitalmarkrecht
1) Organisierter Kapitalmarkt
a) Wertpapierbörse
aa) Gesetzliche Marktsegmente
bb) Zulassung, Einbeziehung
(a) Amtlicher Markt
(b) Geregelter Markt
(c) Freiverkehr
cc) Börsliche Handelssegmente
b) Investmentanteile
2) Grauer Kapitalmarkt
3) Kapitalmarktrecht
II. Kapitalmarkt und Anlegerschutz
1) Wechselwirkung
2) Konzeptionelle Grundlagen
a) Ausrichtung und Möglichkeiten
b) Anlegerschutz durch Marktorganisation
c) Anlegerschutz durch Information
3) Wettbewerb der Kapitalmärkte
III. Ansatz in der Markteinführung
1) Anlageprospekt und Anlegerschutz
2) Prospektpflicht und -prüfung
a) Allgemeine Prospektpflicht
b) Spezialgesetzliche Prospektpflicht
aa) Börsengesetz
(a) Amtlicher Markt
(b) Geregelter Markt
(c) Freiverkehr
bb) VerkProspG
(a) Anwendungsbereich
(b) Ausnahmen
(c) Prospektprüfung
cc) AIG, KAGG
3) Prospektveröffentlichung
a) BörsG
b) VerkProspG
c) AIG, KAGG
§ 2 - Entwicklung der Prospekthaftung
I. Internationale Vorgaben
II. Nationale Gesetzgebung
1) Regelungsbestand bis 1998
2) 3. und 4. Finanzmarktförderungsgesetz
3) Finanzmarktförderplan 2006
III. Rechtsprechung
1) Spezialgesetzliche Prospekthaftung
2) Allgemein-zivilrechtliche Prospekthaftung
a) Hintergrund der Entwicklung
b) Haftung der Gesellschaft/-er
c) Stationen der Entwicklung
d) Entwicklungsstand
IV. Börsliche Eigenregelungen
§ 3 - Dogmatik der Prospekthaftung
I. Vorüberlegungen
1) Schutzrichtung der Prospekthaftung
2) Notwendigkeit der Einordnung
II. Dogmatische Einordnung
1) Vertragshaftung
2) Vertrauenshaftung
3) Deliktshaftung
4) Stellungnahme
a) Vertragshaftung
b) Vertrauenshaftung
c) Deliktshaftung
III. Kollisionsrechtliche Aspekte
1) Inlandsbezug, § 44 Abs. 3 BörsG
2) Delikts- oder Vertragsstatut
3) Recht des Plazierungsmarktes
Kapitel 2: Tatbestände der Prospekthaftung
§ 4 - Börsenprospekthaftung
I. Prospekt iSd § 44 BörsG
1) Börsenzulassungprospekt
2) Prospektbefreiende Darstellung
II. Inhalt und Gestaltung des Prospekts
1) Einheitliche Anforderungen
a) Prospektinhalt
aa) Amtlicher Markt
bb) Geregelter Markt
b) Prospektgestaltung
2) Weitergehende Anforderungen
3) Sonderaspekte zum Prospektinhalt
a) Notwendige Erläuterungen
b) Aktualisierungspflicht
c) Äußerungen Dritter
d) Interessenkonflikte
e) Risikofaktoren
III. Prospektverantwortliche
1) Prospekterlasser
a) Emittent und Emissionsbegleiter
b) Emissionskonsortium
c) Sachverständige Dritte
2) Prospektveranlasser
3) Zulassungsstelle
IV. Anspruchsvoraussetzungen
1) Fehlerhafter Prospekt
a) Beurteilungsmaßstab
b) Prospektfehler
aa) Unrichtige Einzelangabe
bb) Unrichtiger Gesamteindruck
cc) Unvollständige Angaben
dd) Form-/ Gestaltungsmängel
c) Wesentliche Angaben
d) Prospektberichtigung
2) Wertpapiererwerb
a) Haftungsgegenständliche Wertpapiere
b) Inlandsbezogener Erwerb
aa) Erwerb
bb) Inlandsbezug
c) Zeitrahmen des Erwerbsgeschäfts
3) Haftungsbegründende Kausalität
4) Verschulden
a) Allgemeine Voraussetzungen
aa) Entlastungsnachweis
bb) Sorgfaltsanforderungen
cc) Interne Verschuldenszurechnung
dd) Zurechnung von Drittverschulden
b) Verschulden des Emittenten
c) Verschulden des Emissionsbegleiters
aa) Spezifischer Aufgabenbereich
bb) Interne Wissenszurechnung
cc) Prüfung des Emittenten
dd) Umgang mit Drittbeiträgen
ee) Konsortialinterne Zurechnung
d) Mitverschulden des Erwerbers
5) Haftungsausfüllende Kausalität
V. Haftungsausschluß
1) Haftungsausschluß gem. § 45 BörsG
2) Haftungsausschluß gem. § 46 BörsG
3) Haftungsausschluß gem. § 47 BörsG
4) Kapitalerhaltungsgrundsatz
VI. Anspruchsinhalt
1) Anspruch des Wertpapierinhabers
a) Ersatz der Erwerbskosten
b) Übernahme der Wertpapiere
2) Anspruch des früheren Inhabers
a) Umfang des Ersatzanspruchs
b) Mitverschulden des Anlegers
3) Gesamtschuld
VII. Durchsetzung
VIII. Bewertung
§ 5 - Allgemein-zivilrechtliche Prospekthaftung
I. Anlageprospekt
1) Begriffsbestimmung
a) Ansätze
b) Stellungnahme
c) Abgrenzungen
aa) Kapitalanlage und Information
bb) Herkunft, Ausrichtung und Form
cc) Adressatenkreis
2) Anforderungen
a) Inhalt
b) Gestaltung
II. Haftungsbegründung
1) Grundsätzliche Einwendungen
a) Unzulässige Rechtsfortbildung
b) Keine Schutzbedürftigkeit
2) Begründungsansätze
a) Analoge Begründung
b) Wettbewerbsrecht
c) Verkehrspflichten
d) Stellungnahme
aa) Gegenposition
bb) Erwiderung und Begründung
cc) Ergebnis
III. Anwendungsbereich
1) Grauer Kapitalmarkt
2) Organisierter Kapitalmarkt
a) Persönlicher Anwendungsbereich
b) Sachlicher Anwendungsbereich
aa) Pflichtveröffentlichung
bb) Freiwillige Veröffentlichung
cc) Going-Public-Grundsätze
IV. Haftungsverband
1) Gesamtverantwortlichkeit
a) Begründungsmerkmal
aa) Organstellung
bb) Zuordnung von Verkehrspflichten
b) Einzelbetrachtung
aa) Prospekterlasser/ Leitungsgruppe
bb) Prospektveranlasser/ Hinterleute
cc) Finanzdienstleister, Vertrieb
dd) Anlagegesellschaft/-er
2) Teilverantwortlichkeit
a) Begründungsmerkmal
b) Ausschluß: § 323 HGB
c) Einzelbetrachtung
V. Positive Anspruchsvoraussetzungen
1) Fehlerhafter Prospekt
a) Objektiver Maßstab
b) Subjektiver Maßstab
c) Allgemeine Vorgaben
aa) Unrichtigkeit, Unvollständigkeit
bb) Erheblichkeit der Information
cc) Zeitpunkt und Berichtigung
2) Haftungsbegründende Kausalität
3) Verschulden
a) Verschuldensmaßstab
b) Eigenes Verschulden
c) Verschuldenszurechnung
4) Haftungsausfüllende Kausalität
VI. Negative Anspruchsvoraussetzungen
1) Mitverschulden
2) Freizeichnung
3) Verjährung
a) Analogieansatz
b) Stellungnahme
c) Umsetzung
VII. Rechtsfolge
1) Schadensersatz vor Vollzug
2) Schadensersatz nach Vollzug
3) Gesamtschuld
4) Gerichtsstand
VIII. Bewertung
§ 6 - Sonstige Tatbestände der Prospekthaftung
I. Verkaufsprospekthaftung
1) Verkaufsprospekt
a) Begriffsbestimmung
b) Inhalt und Gestaltung
aa) Mit Zulassungsantrag
bb) Ohne Zulassungsantrag
cc) Nachtrag gem. § 10 VerkProspG
dd) Nachtrag gem. § 11 VerkProspG
2) Prospektverantwortliche
3) Anspruchsvoraussetzungen
4) Anspruchsinhalt, Durchsetzung
II. Investmentrechtliche Prospekthaftung
1) §§ 19, 20 KAGG
a) Verkaufsprospekt, § 19 KAGG
b) Prospektverantwortliche
c) Anspruchsvoraussetzungen
d) Anspruchsinhalt; Verjährung
2) §§ 3, 12 AIG
3) § 127 InvestmentG
III. Kapitalanlagebetrug, § 264a StGB
1) Einordnung in die Prospekthaftung
2) Schutzgesetzverletzung
a) Anlageobjekte iSd Abs. 1, 2
b) Prospekte, Darstellungen, Übersichten
c) Vertrieb bzw. Angebot der Anlage
d) Vortrag unrichtiger vorteilhafter Angaben
e) Verschweigen nachteiliger Tatsachen
f) Entscheidungserhebliche Umstände
g) Größerer Kreis von Personen
3) Haftungsverband
4) § 823 Abs. 2 BGB
a) Kausalität, Verschulden
b) Haftungsausschluß
c) Umfang der Ersatzpflicht
§ 7 - Bewertung und Ansätze der Weiterentwicklung
I. Gesamtbewertung
II. Ansätze der Weiterentwicklung
1) Haftungsverband I: Organhaftung
a) Regelungsansätze
b) Stellungnahme
2) Haftungsverband II: Sachverständige
a) Ausgangsposition
b) Begründungsansätze und Stellungnahme
aa) Auskunftsvertrag
bb) Drittschadensliquidation
cc) Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter
dd) Prospekt- bzw. Berufshaftung
ee) Sonstige Deliktshaftung
c) Umsetzung
3) Verschuldensmaßstab
a) Regelungsbestand
b) Überprüfung
c) Umsetzung
4) Musterverfahren
a) Regelungsansätze
b) Anmerkungen
§ 7a - Aktuelle Änderungen und Entwürfe
I. Anlegerschutzverbesserungsgesetz
II. Kapitalmarktinformationshaftungsgesetz
III. Kapitalmarkt-Musterverfahrensgesetz
Kapitel 3: Anschlußbereiche der Prospekthaftung
§ 8 - Ansprüche im Sachzusammenhang
I. Ansprüche des Anlegers
1) Vor-/vertragliche Ansprüche
a) Anlageberatung und -vermittlung
b) Prospekthaftung im weiteren Sinne
2) Sonstige Anspruchsgrundlagen
3) Konkurrenzen
a) Börsenrechtliche Prospekthaftung
b) Investmentrechtliche Prospekthaftung
c) Allgemein-zivilrechtliche Prospekthaftung
II. Regreßansprüche
1) Originäre Prospekthaftung
2) Rückgriff iVm § 255 BGB
a) Abgrenzung zu §§ 421 ff. BGB
b) Haftungsrisiko der Bank
3) Bedeutung für den Anleger
§ 9 - Verletzung der Pflicht zur Publizität
I. Öffentlich-rechtliche Sanktion
II. Privatrechtliche Sanktion
1) VerkaufsProspektGesetz
a) Mögliche Ansätze
b) § 823 Abs. 2 BGB
2) BörsenGesetz
3) AIG, KAGG
Zusammenfassung
Bibliographie

Einleitung

Die Kapitalmärkte haben in den vergangenen Jahren - bis in das Jahr 2003 hinein - weltweit eine beispiellose Abwärtsbewegung erfahren. Allein in Deutschland verloren Aktienanleger seit dem Höhepunkt der Spekulation im Frühjahr 2000 bis Ende 2002 durch sinkende Börsenkurse rund 1000 Milliarden Euro1, der Markt für Aktienemissionen war nach den Boomjahren 1999/ 2000 nahezu zum Erliegen gekommen2. Kursverfall und Vertrauensverlust wurden hierzulande unter anderem dadurch ungleich verstärkt, daß sie auf eine noch junge und daher anfällige Aktienkultur stießen. Erst in den vorvergangenen Jahren seit dem ersten Börsengang der Deutschen Telekom war eine Vielzahl unerfahrener Kleinanleger, sei es unmittelbar als Aktionär, mittelbar über Fonds oder auch unter Nutzung anderweitiger Anlageformen, den Verlockungen unaufhörlich steigender Kurse erlegen, hatten dabei aber in dem neugewonnenen Selbstverständnis des erfolgreichen Kapitalmarktexperten weder die jeder Anlage eigene Chance-Risiko-Relation noch etwa die Möglichkeit eines längeren allgemeinen Abschwungs in ihr gelegentlich gar kreditgestütztes Investitionsverhalten einbezogen.
In der unvermuteten Begegnung mit empfindlichen, den gegenwärtigen Wohlstand ebenso wie zuweilen die private Altersvorsorge gefährdenden Verlusten tröstet es den betroffenen Anleger kaum, daß sein Kapital entgegen verbreiteter Wortwahl keineswegs vernichtet, sondern nur umverteilt wurde. So mündete die Erfahrung, bisher mit dem Anspruch der Selbstverständlichkeit erzielte Gewinne zu verlieren und weitergehende Verluste zu erleiden, zunehmend in dem Versuch, den als unbillig empfundenen Schaden auf andere Marktteilnehmer zu verlagern. Ohne dabei immer die notwendige Differenzierung zwischen allgemeinem Anlage- und Investitionsrisiko einerseits und haftungsbegründendem Fehlverhalten andererseits zu wahren, rückte an die Stelle wetteifernder Aktientips und Anlageempfehlungen3 selbst in Boulevardblättern kurzerhand der Anlegerschutz als bislang eher unbeachteter oder allenfalls unter dem Aspekt eines Zuteilungsanspruchs angeführter Bereich des Kapitalmarktrechts in den Vordergrund des medialen und Anlegerinteresses.
Nahezu zwangsläufig hat die Zahl der gerichtlichen Auseinandersetzungen, begünstigt durch den Eintritt von Rechtsschutzversicherungen und Prozeßfinanzierern in das Kostenrisiko4, deutlich zugenommen.5 Vor kurzem noch mit der Hoffnung auf schnellen Anlagegewinn verbundene Namen wie Biodata, Comroad, Deutsche Telekom, EM-TV, Informatec, MMC Embedded Internet Technologie und Julius Bär/ Kurt Ochner sind heute Gegenstand von Haftungsklagen verlusterfahrener Anleger.6 Deren Begründung liegt allerdings nicht erst in der jüngsten Zeit der Kursverluste, sondern in der Zeit davor, als mit der allgemeinen, dynamischen Marktbewegung, jedoch nicht zuletzt auf unternehmensveranlasste Marktinformation ständige Kurssteigerungen folgten.
In gleichem Maße, wie der organisierte Kapitalmarkt keine Gewinne mehr versprach, erneuerte und erhöhte sich das Interesse des verfügbaren Anlagevermögens an Anlagen des freien, sog. grauen Kapitalmarktes.7 Neben dem Charme der alternativen, vermeintlich gleichermaßen gewinnträchtigen wie risikoarmen Anlage gehört die Situation der gesetzlichen Rentenversicherung zu den gefälligen Verkaufsargumenten. Da aber auch hier Enttäuschungen nicht ausgeblieben sind8 oder sich mitunter bloß die Entwicklung der persönlichen Lebensbiographie als einer langfristigen Anlage ungeeignet erweist, ist der Weg zur überzeugten Aufstellung von Ersatzforderungen schnell, zuweilen voreilig beschritten.
Allenthalben, wenngleich mitunter mit dem Beigeschmack der bloßen Teilnahme an einem an der aktuellen Stimmungslage ausgerichteten Wettbewerb, wird nun verbesserter Anlegerschutz eingefordert; wo noch kürzlich Anlageempfehlungen gehandelt wurden, finden sich stattdessen Hinweise auf Anwaltskanzleien sowie Ausführungen zu Ersatzansprüchen und für notwendig erachteten Gesetzesänderungen. Dabei ist der Gesetzgeber bereits in einigem Umfang tätig geworden und hat weitere Maßnahmen zur Umsetzung angekündigt.9 Darüber hinaus sind beachtliche Anregungen insbesondere von den verschiedenen Anlegervertretungen10 und dem 64. Deutschen Juristentag (2002)11 zur Diskussion gestellt.
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist das auf die informierte Anlageentscheidung im Primärmarkt ausgerichtete Institut der Prospekthaftung als einem Ausschnitt kapitalmarktrechtlichen Anlegerschutzes. Ausgehend von einer Darstellung der Grundlagen der Prospekthaftung im ersten Kapitel, folgt im zweiten Kapitel eine Ansicht und Bewertung ihrer unterschiedlichen Ausgestaltungen einschließlich der Vorstellung von Änderungsansätzen. Die Arbeit findet ihren Abschluß im dritten Kapitel mit kurzgefassten, meist auf weiterführende Nachweise beschränkten Bemerkungen im Sachzusammenhang.
Die jüngere Vergangenheit des Kapitalmarktrechts ist geprägt von erheblichen Änderungen, die überdies in einer ungewohnt hohen Geschwindigkeit stattfinden.12 So war auch nicht zu vermeiden, dass die weitere Entwicklung nach Abschluss der vorliegenden Arbeit diese in Teilbereichen bereits wieder überholt hat. Die entsprechenden Änderungen und Entwürfe sind nachträglich lediglich in § 7a aufgeführt, da ihre umfassende Einarbeitung andernfalls zu substantiellen Änderungen und Verwerfungen geführt hätte.

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Zacharias, Erwin: Börseneinführung mittelständischer Unternehmen Bielefeld 1998
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Sonstige:
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64. Deutscher Juristentag, 2002: Tagungsbericht Abt. WirtschaftsR JZ 2002, 195-199 (Jan von Hein)
Bundesregierung [BMF, BMJ] Maßnahmenkatalog der Bundesregierung zur Stärkung der Unternehmensintegrität und des Anlegerschutzes ("10-Punkte-Programm") Berlin, 25.02.2003 ; www.bundesregierung.de
Bundesregierung [BMF] Eckpunktepapier: Der Finanzmarktförderplan 2006 Berlin, 05.03.2002 ; www.bundesregierung.de
1 Wertpapier 5/ 2003 S. 60 f. mit Kurzüberblick zu den Marktdaten, 7/ 2003 S. 69 unter Bezugnahme auf den Monatsbericht der Bundesbank
2 Wertpapier 18/ 2002 S. 28 f.; zur vorgängigen Marktsituation Ellenberger S. 1 f.
3 Wertpapier 18/ 2002 S. 30 ff.: "Blick zurück im Zorn - Jubel-Schlagzeilen in Börsenmagazinen forderten Anleger zum Leichtsinn auf"
4 BGH ZIP 03, 767: Rechtsschutz bzgl. einer Immobilienfondsbeteiligung; LG München NJW 02, 1807: Rechtsschutz für eine Prospekthaftungsklage nach BörsG; a.A. LG Hannover NZG 02, 1068; www.polt-online.com zu EM-TV: Prozessfinanzierung durch Foris; sh. ferner die Berichterstattung in Wertpapier 18/ 02 S. 16
5 Vgl. Wertpapier 18/ 02 S. 13 ff., 23/ 2002 S. 67; Fleischer/Kalss S. 329; Heß S. 113: Die Börsenkrise hat inzwischen die Gerichtssäle erreicht; Holzborn/ Foelsch S. 932
6 Aus der laufenden Berichterstattung etwa: Wertpapier 25/ 2002 S. 69, 23/2002 S. 68, 1/2003 S. 58, 10/2003 S. 69 [Comroad]; Wertpapier 6/2003 S. 72, 9/2003 S. 68 f., Financial Times Deutschland (www.ftd.de) vom 12.05.2003 [Deutsche Telekom]; Wertpapier 18/2002 S. 72, 25/2002 S. 68 [Julius Bär KAG]
Aus der aktuellen Rechtsprechung etwa: LG Frankfurt NJW-RR 03, 481, OLG München AG 03, 105 [EM-TV]; LG Frankfurt ZIP 03, 295, BKR 03, 69 [Julius Bär]; LG Augsburg WM 01, 1944 ff.; LG München I WM 01, 1948 ff.; LG Augsburg AG 02, 465; OLG München AG 03, 105, 106 [Informatec]; LG Kassel DB 02, 2151 [Biodata]
7 Lt. Statistik des Wertpapier 1/ 2003 S. 56 sank der Anteil der Aktionäre in Prozent der Bevölkerung von 21% in 2001 auf 18% in 2002; vgl. auch die Statistik und Kurzstudie 1/ 2003 des DAI zu den Aktionärszahlen, abzurufen unter www.dai.de
8 Wertpapier 25/ 2002 S. 70: die Kriminalstatistik zeigt für 2001 eine Steigerung der erfassten Fälle von Kapitalanlagebetrug um 200%, der jährliche Schaden beträgt mindestens 20 Mrd. Euro; nach Schätzung des DASB (www.ftd.de vom 3.02.2003: "Anlagebetrüger auf dem Vormarsch") liegt der jährliche Schaden bei etwa 30 Mrd. Euro
9 Dazu beispielhaft für die begleitende Berichterstattung: Wertpapier 15/ 02 S. 12 ff., 18/ 02 S. 12 ff., 1/ 2003 S. 56 ff., 6/ 2003 S. 70 f.; FAZ v. 10.11.2001 S. 22, v. Rosen: "Verläßlichkeit der Information ..."; Börsenzeitung v. 1.03.2003, v. Rosen: "Haftung mit Augenmaß"; www.ftd.de, 24.02.2003: "Corporate Governance: Angst vor Strafe ist kein Ersatz für Ethik"
10 Zu nennen sind die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (www.dsw-info.de), die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (www.sdk.org) und der DASB (www.deutscher-anlegerschutzbund.de)
11 NJW 2002, 3073, 3082 f. (Beschlüsse), JZ 2002, 195 ff. (Tagungsbericht v. Hein)
12 Aus der Berichterstattung vgl. Wertpapier 9/2004 S. 47 f., 10/2004 S. 52, 17/2004 S. 44, S. 46 ff., 18/2004 S. 48 f., 20/2004 S. 47